Unsere Website ist nicht für deine Browserversion optimiert.

Seite trotzdem ansehen

Individualbesteuerung schafft neue Benachteiligungen

19. Februar 2026

Individualbesteuerung schafft neue Benachteiligungen

Die Individualbesteuerung gilt als fairer und moderner Ansatz, da sie die Gleichbehandlung zwischen Mann und Frau gewährleisten und Erwerbsanreize stärken soll. Doch trifft dies tatsächlich auf alle zu?

 

Eine genauere Analyse des Initiativtexts zeigt, dass dies nicht für sämtliche Familienmodelle gilt. Die Individualbesteuerung schafft neue Benachteiligungen und wird den heute vielfältigen Lebensformen in Bezug auf Familie, Beruf, Ausbildung oder Erwerbsunterbrüche nicht gerecht. Insbesondere Paare mit deutlich unterschiedlichen Einkommen, Einverdiener-Familien und

gutverdienende Alleinstehende wären bei einer Annahme der Initiative betroffen, da sie mehr Steuern bezahlen müssten als heute. Zwar wird ein mögliches Korrektiv für Einverdiener-Ehepaare in Aussicht gestellt, dieses ist jedoch nicht klar definiert. Singles würden in diesem System erneut stärker zur Kasse gebeten.

 

Die Annahme der Individualbesteuerung hätte also folgende Konsequenzen:

  1. Benachteiligung traditioneller Einverdiener-Familien und Singles
  2. Hohe Mindereinnahmen für Bund (mindestens 1 Milliarde Franken) und Kantone
  3. Komplexere Steuererklärungen und mehr Bürokratie
  4. Gesellschaftlicher Druck auf Einverdiener-Familien
  5. Einen grundlegenden Paradigmenwechsel im Schweizer Steuersystem

 

Wollen wir ein Steuersystem, das neue Ungleichheiten innerhalb unserer Gesellschaft schafft? Dies ist eine Frage des sozialen Zusammenhalts. Mit einem Nein geben wir dem Parlament die Möglichkeit, ein modernes Steuersystem zu entwickeln, das für alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler fair ist.

 

Lisa Hertig, Zug

 

 

Engagiere dich